Erneut noch einmal

Romina Paula, Argentinien, 2019, 84 min, OmeU

Samstag 2.11. – 21 Uhr – Wolf Kino, Berlin

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Synopsis

Nachdem sich Romina vom Vater ihres Sohnes getrennt hat, sucht sie mit dem kleinen Ramón Zuflucht bei ihrer Mutter Mónica. Dort muss sie sich mit der Vergänglichkeit der Mutter und ihrer selbst als Tochter auseinandersetzen und versucht herauszufinden, was sie wirklich will. Zu Besuch in Buenos Aires, wo sie Deutsch unterrichtet, versucht sie ihr Leben als Single wieder aufzunehmen. Sie geht aus und möchte herausfinden wer sie war, bevor sie die Liebe zum eigenen Kind erfahren hat. Sie muss wissen, wer sie ist, und kehrt dafür zu ihren Ursprüngen zurück. Dabei konstruiert sie einen Teil der Familiengeschichte.

Kommentar des Regisseurin

In der erzählerischen Gegenwart befinden sich meine Mutter, mein Sohn Ramón und ich. Auf Grundlage dieser realen Verbindung möchte ich eine fiktionale Geschichte erzählen. Mein Ziel ist es, etwas von Romina in ihren beiden Rollen im Jetzt einzufangen, die der Tochter und die der Mutter, jedoch durchdrungen von all jenen Personen, die voher im Haus der Mutter lebten, das etwas von einem Familienmuseum besitzt, vollgestopft mit den Gegenständen verschiedener Generationen. Mein Interesse gilt der Reflexion bestimmter Situationen und Empfindungen rund um das Muttersein, die eher selten besprochen werden, weil sie intimerer Natur sind oder ein Tabu darstellen. Die Mutterschaft soll ja schön und natürlich sein. Möglicherweise gibt es viel Schönes, aber natürlich ist es keinesfalls. Ich versuche mich auf die Individualität jener Frau sowie ihre Rollen, die sie einnimmt, zu fokussieren: als Liebespartnerin, als Tochter und als Mutter. Ich stelle mir das Muttersein wie eine Art Gral vor, der von Generation zu Generation weitergegeben wird, für den es aber weder nützliche Ratschläge noch vorherige Erfahrungen gibt, weil man es immer so erlebt, als wäre es das erste Mal, mit der gleichen Brutalität und Unwissenheit. Die Mutterrolle entdeckt und konstruiert man Tag für Tag. Das kommt nicht natürlicherweise mit der Gebärfähigkeit daher. Es ist etwas, für das man sich definitiv entscheidet und das man aufbaut und das verleiht dem Ganzen, meiner Meinung nach, Heldenstatus, aber keinen steifen Heroismus der Mutter mit wehenden Fahnen, sondern einen, der von Demut zeugt im Sinne von “hiervon habe ich keine Ahnung, aber ich bin gewillt zu lernen.”

Regiedebüt der Autorin, Dramaturgin und Schauspielerin Romina Paula. Der Film lief in der Sektion Bright Future auf dem Filmfestival von Rotterdam.

Stab

R+B: Romina Paula
Prod.: Diego Dubcovsky
Prod.: Florencia Scarano, Lucía Chávarri
Assoc. Regie: Rosario Cervio
DOP: Eduardo Crespo
Montage: Eliane D. Katz (SAE)
Ton: Mercedes Tennina (ASA)
Musik: German Cohen
Prod. Designer: Paula Repetto
Kostümdesignerin: Wanda Siri

Romina: Romina Paula
Mónica: Mónica Rank
Ramón: Ramón Cohen
Javier: Esteban Bigliardi
Pablo: Pablo Sigal
Mariana: Mariana Chaud
Denise: Denise Groesman

 

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